Original Secessionistischer Bücherschrank, Entwurf: Otto Prutscher zug. (Wien, 1902), Ausführung: J. J. Herrmann (Wien, 1902) - Reliefs von Georg Klimt ("Poesie" und "Stärke" - Beethovenfries)

€ 54.000,00

Objekt: Secessionistischer Bücherschrank
Entwurf: Otto Prutscher zug. (Wien, 1902)
Ausführung: Julius & Josef Herrmann (Wien, 1902)
Metallarbeit: Georg Klimt (Hommage an “Poesie” und “Stärke” des Beethovenfries von Gustav Klimt)
Maße in cm (H x B x T): 179 × 149 × 39
Material: Eiche, Messing, geschliffenes Glas, Metall getrieben, Glascabochons
Zustand: aktuell in fachmännischer Restaurierung/Konservierung
Provenienz: Wien
Literatur: Das Interieur, Band 3, 1902, S. 110

Zusätzliche Informationen:
Der präsentierte Bücherschrank entstand ca. um 1902 nach einem wohl von Otto Prutscher stammenden Entwurf und wurde von der renommierten Wiener Kunstmöbelfirma Julius & Josef Herrmann ausgeführt. Ein nahezu identisches Modell ist in der zeitgenössischen Publikation Das Interieur (III. Jahrgang, 1902) abgebildet und dokumentiert die Zusammenarbeit Prutschers mit Julius & Josef Herrmann in den frühen Jahren der Wiener Moderne.

Von 1897-1901 studierte Otto Prutscher an der Wiener Kunstgewerbeschule - ab 1898 genoss er dabei die Lehre Prof. Josef Hoffmanns. Die dort vermittelte Auffassung eines harmonischen Zusammenwirkens von Architektur, Möbelkunst und bildender Kunst prägte sein frühes Schaffen nachhaltig. Der vorliegende Bücherschrank entstand unmittelbar nach dieser Ausbildungszeit und verkörpert jene Idee des Gesamtkunstwerks, welche die Wiener Secession zu ihrem zentralen gestalterischen Ideal erhob.

Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind die beiden in die oberen Türfüllungen eingelassenen Metallreliefs. Sie zeigen eine Harfe spielende Frauenfigur sowie einen gerüsteten Mann mit Schwert und sind mit türkis- beziehungsweise dunkelblauen Glascabochons besetzt. Stilistisch stehen sie in direktem Zusammenhang mit dem symbolistischen Formenschatz der Wiener Secession und wurden von Georg Klimt, dem jüngeren Bruder Gustav Klimts, ausgeführt.

Die beiden Figuren erinnern unübersehbar an die Allegorien „Poesie“ und „Stärke“ aus Gustav Klimts berühmtem Beethovenfries, der ebenfalls 1902 für die XIV. Ausstellung der Wiener Secession geschaffen wurde. Im ikonographischen Programm des Frieses verkörpern sie jene geistigen Kräfte, welche den Menschen auf seinem Weg zur Erlösung begleiten: Die Poesie steht für die schöpferische Macht der Kunst und der Musik, die Stärke für Mut, Beharrlichkeit und den Willen, den Widerständen des Lebens entgegenzutreten.

Gerade diese Anlehnung verleiht dem Möbel eine außergewöhnliche inhaltliche Dimension. Die Bildsprache des Beethovenfrieses wird aus dem monumentalen Wandzyklus in den privaten Wohnraum übertragen und Teil eines funktionalen Einrichtungsgegenstandes. Der Bücherschrank dient damit nicht allein der Aufbewahrung von Büchern, sondern erhebt den Akt des Lesens und der geistigen Bildung selbst zum kulturellen Programm. Wie im Beethovenfries scheinen Poesie und Stärke den Weg zu einer höheren geistigen Welt zu weisen – hier nicht an den Wänden eines Ausstellungsraumes, sondern als dauerhafte Begleiter des täglichen Lebens.

In der Verbindung der genannten Akteure verdichten sich zentrale Persönlichkeiten und Ideen der Wiener Secession in einem einzigen Objekt. Der Bücherschrank stellt damit ein außergewöhnlich seltenes Zeugnis der Wiener Moderne um 1902 dar und dokumentiert eindrucksvoll den Anspruch jener Epoche, Kunst, Architektur und Kunsthandwerk zu einer untrennbaren Einheit zu verschmelzen.

In Kooperation mit Kolhammer-Preisinger ART GmbH

Besichtigung möglich: Plankengasse 5, 1010 Wien
Zustellung gegen Aufpreis

Die Bilder wurden mit Hilfe von K.I bearbeitet - auf Wunsch können die orignialen Dateien übermittelt werden

Objekt: Secessionistischer Bücherschrank
Entwurf: Otto Prutscher zug. (Wien, 1902)
Ausführung: Julius & Josef Herrmann (Wien, 1902)
Metallarbeit: Georg Klimt (Hommage an “Poesie” und “Stärke” des Beethovenfries von Gustav Klimt)
Maße in cm (H x B x T): 179 × 149 × 39
Material: Eiche, Messing, geschliffenes Glas, Metall getrieben, Glascabochons
Zustand: aktuell in fachmännischer Restaurierung/Konservierung
Provenienz: Wien
Literatur: Das Interieur, Band 3, 1902, S. 110

Zusätzliche Informationen:
Der präsentierte Bücherschrank entstand ca. um 1902 nach einem wohl von Otto Prutscher stammenden Entwurf und wurde von der renommierten Wiener Kunstmöbelfirma Julius & Josef Herrmann ausgeführt. Ein nahezu identisches Modell ist in der zeitgenössischen Publikation Das Interieur (III. Jahrgang, 1902) abgebildet und dokumentiert die Zusammenarbeit Prutschers mit Julius & Josef Herrmann in den frühen Jahren der Wiener Moderne.

Von 1897-1901 studierte Otto Prutscher an der Wiener Kunstgewerbeschule - ab 1898 genoss er dabei die Lehre Prof. Josef Hoffmanns. Die dort vermittelte Auffassung eines harmonischen Zusammenwirkens von Architektur, Möbelkunst und bildender Kunst prägte sein frühes Schaffen nachhaltig. Der vorliegende Bücherschrank entstand unmittelbar nach dieser Ausbildungszeit und verkörpert jene Idee des Gesamtkunstwerks, welche die Wiener Secession zu ihrem zentralen gestalterischen Ideal erhob.

Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind die beiden in die oberen Türfüllungen eingelassenen Metallreliefs. Sie zeigen eine Harfe spielende Frauenfigur sowie einen gerüsteten Mann mit Schwert und sind mit türkis- beziehungsweise dunkelblauen Glascabochons besetzt. Stilistisch stehen sie in direktem Zusammenhang mit dem symbolistischen Formenschatz der Wiener Secession und wurden von Georg Klimt, dem jüngeren Bruder Gustav Klimts, ausgeführt.

Die beiden Figuren erinnern unübersehbar an die Allegorien „Poesie“ und „Stärke“ aus Gustav Klimts berühmtem Beethovenfries, der ebenfalls 1902 für die XIV. Ausstellung der Wiener Secession geschaffen wurde. Im ikonographischen Programm des Frieses verkörpern sie jene geistigen Kräfte, welche den Menschen auf seinem Weg zur Erlösung begleiten: Die Poesie steht für die schöpferische Macht der Kunst und der Musik, die Stärke für Mut, Beharrlichkeit und den Willen, den Widerständen des Lebens entgegenzutreten.

Gerade diese Anlehnung verleiht dem Möbel eine außergewöhnliche inhaltliche Dimension. Die Bildsprache des Beethovenfrieses wird aus dem monumentalen Wandzyklus in den privaten Wohnraum übertragen und Teil eines funktionalen Einrichtungsgegenstandes. Der Bücherschrank dient damit nicht allein der Aufbewahrung von Büchern, sondern erhebt den Akt des Lesens und der geistigen Bildung selbst zum kulturellen Programm. Wie im Beethovenfries scheinen Poesie und Stärke den Weg zu einer höheren geistigen Welt zu weisen – hier nicht an den Wänden eines Ausstellungsraumes, sondern als dauerhafte Begleiter des täglichen Lebens.

In der Verbindung der genannten Akteure verdichten sich zentrale Persönlichkeiten und Ideen der Wiener Secession in einem einzigen Objekt. Der Bücherschrank stellt damit ein außergewöhnlich seltenes Zeugnis der Wiener Moderne um 1902 dar und dokumentiert eindrucksvoll den Anspruch jener Epoche, Kunst, Architektur und Kunsthandwerk zu einer untrennbaren Einheit zu verschmelzen.

In Kooperation mit Kolhammer-Preisinger ART GmbH

Besichtigung möglich: Plankengasse 5, 1010 Wien
Zustellung gegen Aufpreis

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