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Original secessionistische Vitrine, Entwurf: Otto Wytrlik (Wien, um 1901), Ausführung: August Ungethüm (Wien, um 1902)
Preis auf Anfrage
Objekt: Vitrine
Entwurf: Otto Wytrlik, Wien um 1901
Modell-Nummer: "Entwurf für ein einfaches Speisezimmer"
Ausführung: August Ungethüm, Wien um 1902
Maße in cm (H x B x T): 197 x 114 x 47
Material: Eichenholz, Messing, facettiertes Glas
Zustand: Gut, mit altersbedingten Gebrauchsspuren
Provenienz: Wiener Privatbesitz
Literatur: Möbel des Jugendstils - Vera J. Behal - Sammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, S. 266-269 / Kunst und Kunsthandwerk, 1902, Heft 8/9, S. 52 / The International Studio, Vol. 18, 1902, S. 132
Zusätzliche Informationen:
Die vorliegende Vitrine steht stilistisch in engem Zusammenhang mit dem von Otto Wytrlik (1870–1955) um 1901 entworfenen „Entwurf für ein einfaches Speisezimmer“, einem bedeutenden Beispiel des frühen Wiener Jugendstils. Wytrlik, Sohn des Kunsttischlers Josef Wytrlik, absolvierte zunächst seine Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule und studierte anschließend von 1899 bis 1902 an der Akademie der bildenden Künste bei Otto Wagner. Als Architekt und Möbeldesigner verband er die konstruktive Klarheit der Wagner-Schule mit einer zunehmend sachlich-geometrischen Formensprache.
Der Speisezimmerentwurf entstand im Rahmen eines 1901 vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie – dem heutigen MAK – ausgeschriebenen Wettbewerbs für eine moderne, einfache und erschwingliche Wohnungseinrichtung. Gefordert war eine vollständige Einrichtung für eine bürgerliche Familie; der erste Preis wurde nicht vergeben, Wytrlik erhielt den zweiten Preis. Die Ausführung des preisgekrönten Ensembles – darunter Tisch, sechs Stühle und Schränke – übernahm die Kunsttischlerei seines Vaters Josef Wytrlik. Das Ensemble wurde vom Museum erworben und 1902 auf der Ersten Internationalen Ausstellung für dekorative Kunst in Turin gezeigt, wo es mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.
Charakteristisch für Wytrliks Möbel sind die streng gegliederte, architektonisch anmutende Konstruktion, die Betonung der Vertikalen, schmale Lisenen, gerahmte Füllungen sowie die Verbindung von dunklem Holz, Glas und zurückhaltenden Messingbeschlägen. Diese Elemente bestimmen auch die hier vorliegende Vitrine: Die symmetrische Doppeltür wird durch ein regelmäßiges Raster schmaler Holzsprossen gegliedert, während der geschlossene Sockel und die vertikal geteilten Füllungen die tektonische Wirkung des Möbels verstärken. Damit erscheint die Vitrine weniger als freie Jugendstilornamentik denn als möbelbaulich durchgearbeitete, frühsecessionistische Architektur im Kleinen. Vergleichbare Wytrlik-Möbel sind in der Fachliteratur und im internationalen Kunsthandel vielfach dokumentiert.
Die auf der Vitrine befindliche Firmenplakette der Wiener Kunsttischlerei August Ungethüm ist dabei von besonderer Bedeutung. Das 1868 begründete Unternehmen entwickelte sich zu einer renommierten Wiener Kunstmöbelfabrik und fertigte Möbel nach Entwürfen zahlreicher bedeutender Architekten und Künstler. Für Wytrliks Speisezimmer ist nachweisbar, dass neben der Werkstatt Josef Wytrliks auch August Ungethüm spätere Ausführungen bzw. Varianten einzelner Möbel herstellte. Die vorliegende Vitrine ist somit als von Ungethüm ausgeführte, an Wytrliks preisgekrönten Speisezimmerentwurf angelehnte Variante zu verstehen – ein bemerkenswertes Zeugnis für die Weiterverbreitung und kommerzielle Adaption eines ursprünglich als Wettbewerbsentwurf entstandenen Wiener Jugendstilprogramms.
Fachmännische Restaurierung sowie Zustellung national/international gegen Aufpreis möglich
Besichtigung nach Absprache: Hintzerstraße 6, 1030 Wien
Preis auf Anfrage
Objekt: Vitrine
Entwurf: Otto Wytrlik, Wien um 1901
Modell-Nummer: "Entwurf für ein einfaches Speisezimmer"
Ausführung: August Ungethüm, Wien um 1902
Maße in cm (H x B x T): 197 x 114 x 47
Material: Eichenholz, Messing, facettiertes Glas
Zustand: Gut, mit altersbedingten Gebrauchsspuren
Provenienz: Wiener Privatbesitz
Literatur: Möbel des Jugendstils - Vera J. Behal - Sammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, S. 266-269 / Kunst und Kunsthandwerk, 1902, Heft 8/9, S. 52 / The International Studio, Vol. 18, 1902, S. 132
Zusätzliche Informationen:
Die vorliegende Vitrine steht stilistisch in engem Zusammenhang mit dem von Otto Wytrlik (1870–1955) um 1901 entworfenen „Entwurf für ein einfaches Speisezimmer“, einem bedeutenden Beispiel des frühen Wiener Jugendstils. Wytrlik, Sohn des Kunsttischlers Josef Wytrlik, absolvierte zunächst seine Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule und studierte anschließend von 1899 bis 1902 an der Akademie der bildenden Künste bei Otto Wagner. Als Architekt und Möbeldesigner verband er die konstruktive Klarheit der Wagner-Schule mit einer zunehmend sachlich-geometrischen Formensprache.
Der Speisezimmerentwurf entstand im Rahmen eines 1901 vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie – dem heutigen MAK – ausgeschriebenen Wettbewerbs für eine moderne, einfache und erschwingliche Wohnungseinrichtung. Gefordert war eine vollständige Einrichtung für eine bürgerliche Familie; der erste Preis wurde nicht vergeben, Wytrlik erhielt den zweiten Preis. Die Ausführung des preisgekrönten Ensembles – darunter Tisch, sechs Stühle und Schränke – übernahm die Kunsttischlerei seines Vaters Josef Wytrlik. Das Ensemble wurde vom Museum erworben und 1902 auf der Ersten Internationalen Ausstellung für dekorative Kunst in Turin gezeigt, wo es mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.
Charakteristisch für Wytrliks Möbel sind die streng gegliederte, architektonisch anmutende Konstruktion, die Betonung der Vertikalen, schmale Lisenen, gerahmte Füllungen sowie die Verbindung von dunklem Holz, Glas und zurückhaltenden Messingbeschlägen. Diese Elemente bestimmen auch die hier vorliegende Vitrine: Die symmetrische Doppeltür wird durch ein regelmäßiges Raster schmaler Holzsprossen gegliedert, während der geschlossene Sockel und die vertikal geteilten Füllungen die tektonische Wirkung des Möbels verstärken. Damit erscheint die Vitrine weniger als freie Jugendstilornamentik denn als möbelbaulich durchgearbeitete, frühsecessionistische Architektur im Kleinen. Vergleichbare Wytrlik-Möbel sind in der Fachliteratur und im internationalen Kunsthandel vielfach dokumentiert.
Die auf der Vitrine befindliche Firmenplakette der Wiener Kunsttischlerei August Ungethüm ist dabei von besonderer Bedeutung. Das 1868 begründete Unternehmen entwickelte sich zu einer renommierten Wiener Kunstmöbelfabrik und fertigte Möbel nach Entwürfen zahlreicher bedeutender Architekten und Künstler. Für Wytrliks Speisezimmer ist nachweisbar, dass neben der Werkstatt Josef Wytrliks auch August Ungethüm spätere Ausführungen bzw. Varianten einzelner Möbel herstellte. Die vorliegende Vitrine ist somit als von Ungethüm ausgeführte, an Wytrliks preisgekrönten Speisezimmerentwurf angelehnte Variante zu verstehen – ein bemerkenswertes Zeugnis für die Weiterverbreitung und kommerzielle Adaption eines ursprünglich als Wettbewerbsentwurf entstandenen Wiener Jugendstilprogramms.
Fachmännische Restaurierung sowie Zustellung national/international gegen Aufpreis möglich
Besichtigung nach Absprache: Hintzerstraße 6, 1030 Wien