Original Secessionistische Zeichnung (Studie), Weiblicher Akt "Kirschenpflückerin" von Josef Engelhart (Wien, 1893)

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Preis auf Anfrage

Objekt: Zeichnung (Studie)
Maler: Josef Engelhart (Wien, 1893)
Hauptwerk: “Kirschenpflückerin” (Gemälde, 34. Secessions-Ausstellung, Wien, 1909)
Maße in cm (H x B x T): 105,3 × 46,3 × 2,6 (Rahmen)
Material: Kreide, Kohle, Papier, Passepartout, Holz (vergoldet), Glas, Messing
Zustand: gut
Provenienz: Privatbesitz (1010 Wien)
Literatur: Katalog der XXXIV. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs, Secession, 1909 / https://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/9247/studie-fur-die-kirschpfluckerin

Zusätzliche Informationen:
Das vorliegende Werk von Josef Engelhart aus dem Jahr 1893 ist als Studie zum Hauptwerk „Kirschenpflückerin“ zu verstehen. Das zugehörige Gemälde wurde 1909 in der 34. Ausstellung der Wiener Secession öffentlich präsentiert und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Zumindest zwei Vorstudien zu dieser Komposition sind überliefert; eine weitere befindet sich heute in der Sammlung der Albertina. Das vorliegende Blatt ist somit als eigenständige Studie innerhalb dieses Werkprozesses einzuordnen und gewinnt durch den Verlust des Hauptbildes zusätzliche kunsthistorische Bedeutung.

Dargestellt ist ein stehender weiblicher Akt in Seitenansicht mit erhobenen Armen, in einer ruhigen, nahezu statuarischen Haltung. Die Figur ist auf einem warmtonigen, braun grundierten Papier angelegt, das dem Blatt eine geschlossene, erdig gedämpfte Gesamtwirkung verleiht.

Die Ausführung erfolgt in einer für die Zeit typischen Mischtechnik: schwarze Kreide beziehungsweise Kohle dient der linearen Anlage und der Modellierung der Körperformen, während Weißhöhungen die Lichtpartien betonen und die Plastizität der Figur herausarbeiten. Teilweise verwischte Übergänge deuten auf eine bewusste Verreibung des Materials hin, wodurch weiche Modulationen zwischen Licht und Schatten entstehen.

Diese Technik entspricht der akademischen Aktstudie des späten 19. Jahrhunderts, bei der das braune Papier als Mittelton fungiert, während Schwarz die Schatten und Weiß die Lichter definiert. Der Körper wird so ausschließlich über Hell-Dunkel-Kontraste aufgebaut, was der Darstellung eine klare, plastische Präsenz verleiht.

Das Blatt entstand in einer frühen, künstlerisch prägenden Phase Engelharts. Bereits seit 1883 war er Mitglied der Hagengesellschaft, einer der wichtigsten progressiven Künstlervereinigungen Wiens vor der Secession. Engelhart zählt zu den zentralen Figuren der österreichischen Kunst um 1900 und war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, jener Bewegung, die den Bruch mit dem konservativen Künstlerhaus markierte und die Moderne in Wien entscheidend vorantrieb.

Innerhalb dieses Umbruchs nimmt Engelhart eine Schlüsselrolle ein: Während Künstler wie Klimt oder Moser stärker dekorativ-symbolistische Wege einschlugen, blieb Engelhart dem Figürlichen und einer lebensnahen, oft von französischem Impressionismus beeinflussten Auffassung verpflichtet. Seine Werke verbinden akademische Strenge mit einer zunehmend freien, lebendigen Behandlung von Körper, Bewegung und Alltagsszenen. Gerade seine frühen Arbeiten zeigen eindrucksvoll die Übergangsphase zwischen traditioneller Ausbildung und moderner künstlerischer Auffassung. Als Chronist des Wiener Lebens und als prägende Persönlichkeit innerhalb der Secession leistete Engelhart einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der österreichischen Moderne. Seine Bedeutung liegt nicht nur in seinem eigenen Œuvre, sondern auch in seiner aktiven Rolle innerhalb der Künstlergemeinschaft, die Wien um 1900 zu einem der wichtigsten Zentren der europäischen Kunst machte.

Besichtigung möglich in der Hintzerstraße 6, 1030 Wien
Internationaler Versand gegen Aufpreis möglich

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Objekt: Zeichnung (Studie)
Maler: Josef Engelhart (Wien, 1893)
Hauptwerk: “Kirschenpflückerin” (Gemälde, 34. Secessions-Ausstellung, Wien, 1909)
Maße in cm (H x B x T): 105,3 × 46,3 × 2,6 (Rahmen)
Material: Kreide, Kohle, Papier, Passepartout, Holz (vergoldet), Glas, Messing
Zustand: gut
Provenienz: Privatbesitz (1010 Wien)
Literatur: Katalog der XXXIV. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs, Secession, 1909 / https://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/9247/studie-fur-die-kirschpfluckerin

Zusätzliche Informationen:
Das vorliegende Werk von Josef Engelhart aus dem Jahr 1893 ist als Studie zum Hauptwerk „Kirschenpflückerin“ zu verstehen. Das zugehörige Gemälde wurde 1909 in der 34. Ausstellung der Wiener Secession öffentlich präsentiert und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Zumindest zwei Vorstudien zu dieser Komposition sind überliefert; eine weitere befindet sich heute in der Sammlung der Albertina. Das vorliegende Blatt ist somit als eigenständige Studie innerhalb dieses Werkprozesses einzuordnen und gewinnt durch den Verlust des Hauptbildes zusätzliche kunsthistorische Bedeutung.

Dargestellt ist ein stehender weiblicher Akt in Seitenansicht mit erhobenen Armen, in einer ruhigen, nahezu statuarischen Haltung. Die Figur ist auf einem warmtonigen, braun grundierten Papier angelegt, das dem Blatt eine geschlossene, erdig gedämpfte Gesamtwirkung verleiht.

Die Ausführung erfolgt in einer für die Zeit typischen Mischtechnik: schwarze Kreide beziehungsweise Kohle dient der linearen Anlage und der Modellierung der Körperformen, während Weißhöhungen die Lichtpartien betonen und die Plastizität der Figur herausarbeiten. Teilweise verwischte Übergänge deuten auf eine bewusste Verreibung des Materials hin, wodurch weiche Modulationen zwischen Licht und Schatten entstehen.

Diese Technik entspricht der akademischen Aktstudie des späten 19. Jahrhunderts, bei der das braune Papier als Mittelton fungiert, während Schwarz die Schatten und Weiß die Lichter definiert. Der Körper wird so ausschließlich über Hell-Dunkel-Kontraste aufgebaut, was der Darstellung eine klare, plastische Präsenz verleiht.

Das Blatt entstand in einer frühen, künstlerisch prägenden Phase Engelharts. Bereits seit 1883 war er Mitglied der Hagengesellschaft, einer der wichtigsten progressiven Künstlervereinigungen Wiens vor der Secession. Engelhart zählt zu den zentralen Figuren der österreichischen Kunst um 1900 und war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, jener Bewegung, die den Bruch mit dem konservativen Künstlerhaus markierte und die Moderne in Wien entscheidend vorantrieb.

Innerhalb dieses Umbruchs nimmt Engelhart eine Schlüsselrolle ein: Während Künstler wie Klimt oder Moser stärker dekorativ-symbolistische Wege einschlugen, blieb Engelhart dem Figürlichen und einer lebensnahen, oft von französischem Impressionismus beeinflussten Auffassung verpflichtet. Seine Werke verbinden akademische Strenge mit einer zunehmend freien, lebendigen Behandlung von Körper, Bewegung und Alltagsszenen. Gerade seine frühen Arbeiten zeigen eindrucksvoll die Übergangsphase zwischen traditioneller Ausbildung und moderner künstlerischer Auffassung. Als Chronist des Wiener Lebens und als prägende Persönlichkeit innerhalb der Secession leistete Engelhart einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der österreichischen Moderne. Seine Bedeutung liegt nicht nur in seinem eigenen Œuvre, sondern auch in seiner aktiven Rolle innerhalb der Künstlergemeinschaft, die Wien um 1900 zu einem der wichtigsten Zentren der europäischen Kunst machte.

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