Original Jugendstil Blumensäule, Entwurf: J. M. Olbrich Umfeld (Darmstadt, um 1908), Ausführung: Hofmöbelfabrik Moritz Ballin zug. (München, um 1908)

€ 3.600,00

Objekt: Jugendstil Blumensäule / Blumentisch
Entwurf: J. M. Olbrich Umfeld (Darmstadt, um 1908)
Ausführung: Hofmöbelfabrik Moritz Ballin zug. (München, um 1908)
Maße in cm (H x B x T): 108,5 × 31 × 30,5
Material: Eiche (ebonisiert & gekalkt)
Zustand: gut, mit altersbedingten Gebrauchsspuren (Spannungsrisse)
Provenienz: Wien, 1080
Literatur: Innendekoration, Mein Heim mein Stolz, Band 19, 1908, S. 330

Zusätzliche Informationen:
Der streng gegliederte Aufbau mit vier schlanken, vertikal betonten Stützen, vorkragender Deckplatte und geschlossenem Unterkasten folgt einer klar reduzierten, konstruktiv gedachten Formensprache, wie sie im Umfeld der Reformbewegungen um 1900-1910 entwickelt wurde. Die ausgewogenen Proportionen sowie die bewusste Verbindung von Nutzform und architektonischem Charakter verweisen auf Entwurfsprinzipien der Wiener Secession und der Darmstädter Künstlerkolonie.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das ornamental geschnitzte Feld an der Front mit drei nebeneinander angeordneten ovalen Motiven. Diese abstrahierte, rhythmisch wiederholte Dekoration verbindet lineare Strenge mit dekorativer Wirkung und erinnert an ornamentale Details aus dem Umkreis von Joseph Maria Olbrich. Die Kombination aus geometrischer Grundform und sparsam eingesetztem Reliefschmuck entspricht jener Haltung, welche das Möbel um 1900 als Teil eines gesamtkünstlerisch gedachten Interieurs verstand.

Ein stilistisch vergleichbares Ornament konnte auf einem 1908 publizierten Schreibmöbel der Hofmöbelfabrik M. Ballin festgestellt werden. Dieser Befund unterstreicht die engen gestalterischen Wechselwirkungen zwischen den Zentren des deutschen und österreichischen Jugendstils, insbesondere zwischen München, Wien und Darmstadt. Eine Zuschreibung in das Umfeld Olbrichs beziehungsweise der Darmstädter Reformkunst erscheint daher naheliegend.

Im Inneren des Möbels befindet sich zudem eine erhaltene Marke des Hofspediteurs Gustav Knauer. Solche Etiketten dokumentieren Transport- und Lieferwege hochwertiger Einrichtungsgegenstände und verweisen auf die überregionale Verbreitung qualitätvoller Kunstmöbel im Kaiserreich. Insgesamt handelt es sich um ein charakteristisches Beispiel jener seltenen, streng geometrischen Möbelkunst, die den Übergang vom floralen Jugendstil zur sachlicheren Moderne markiert.

Besichtigung möglich in der Hintzerstraße 6, 1030 Wien
Internationaler Versand gegen Aufpreis möglich
Fachmännische Restaurierung gegen Aufpreis möglich

Objekt: Jugendstil Blumensäule / Blumentisch
Entwurf: J. M. Olbrich Umfeld (Darmstadt, um 1908)
Ausführung: Hofmöbelfabrik Moritz Ballin zug. (München, um 1908)
Maße in cm (H x B x T): 108,5 × 31 × 30,5
Material: Eiche (ebonisiert & gekalkt)
Zustand: gut, mit altersbedingten Gebrauchsspuren (Spannungsrisse)
Provenienz: Wien, 1080
Literatur: Innendekoration, Mein Heim mein Stolz, Band 19, 1908, S. 330

Zusätzliche Informationen:
Der streng gegliederte Aufbau mit vier schlanken, vertikal betonten Stützen, vorkragender Deckplatte und geschlossenem Unterkasten folgt einer klar reduzierten, konstruktiv gedachten Formensprache, wie sie im Umfeld der Reformbewegungen um 1900-1910 entwickelt wurde. Die ausgewogenen Proportionen sowie die bewusste Verbindung von Nutzform und architektonischem Charakter verweisen auf Entwurfsprinzipien der Wiener Secession und der Darmstädter Künstlerkolonie.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das ornamental geschnitzte Feld an der Front mit drei nebeneinander angeordneten ovalen Motiven. Diese abstrahierte, rhythmisch wiederholte Dekoration verbindet lineare Strenge mit dekorativer Wirkung und erinnert an ornamentale Details aus dem Umkreis von Joseph Maria Olbrich. Die Kombination aus geometrischer Grundform und sparsam eingesetztem Reliefschmuck entspricht jener Haltung, welche das Möbel um 1900 als Teil eines gesamtkünstlerisch gedachten Interieurs verstand.

Ein stilistisch vergleichbares Ornament konnte auf einem 1908 publizierten Schreibmöbel der Hofmöbelfabrik M. Ballin festgestellt werden. Dieser Befund unterstreicht die engen gestalterischen Wechselwirkungen zwischen den Zentren des deutschen und österreichischen Jugendstils, insbesondere zwischen München, Wien und Darmstadt. Eine Zuschreibung in das Umfeld Olbrichs beziehungsweise der Darmstädter Reformkunst erscheint daher naheliegend.

Im Inneren des Möbels befindet sich zudem eine erhaltene Marke des Hofspediteurs Gustav Knauer. Solche Etiketten dokumentieren Transport- und Lieferwege hochwertiger Einrichtungsgegenstände und verweisen auf die überregionale Verbreitung qualitätvoller Kunstmöbel im Kaiserreich. Insgesamt handelt es sich um ein charakteristisches Beispiel jener seltenen, streng geometrischen Möbelkunst, die den Übergang vom floralen Jugendstil zur sachlicheren Moderne markiert.

Besichtigung möglich in der Hintzerstraße 6, 1030 Wien
Internationaler Versand gegen Aufpreis möglich
Fachmännische Restaurierung gegen Aufpreis möglich