Objekt: Jugendstil Bücherschrank
Entwurf: Joseph Maria Olbrich zug. (um 1900)
Modell-Nummer: -
Ausführung: Unbekannte Werkstätte (um 1900)
Maße in cm (H x B x T): 194 × 109 × 46
Material: Nuss, Messing, geschliffenes Glas
Zustand: fachmännisch restauriert
Provenienz: Ungarischer Privatbesitz
Literatur: Deutsche Kunst und Dekoration, Band 11, 1902-1903, Alexander Koch, Darmstadt, S. 78 / vgl. Ausstellungskatalog „Le Arti a Vienna“, Palazzo Grassi, Venedig 1984,
Abb. S. 402, Nr. 1-2 / vgl. Ausstellungskatalog “Adolf Loos 1870-1933 Private Spaces”, Museu del Disseny de Barcelona, Barcelona 2017-18
Zusätzliche Informationen:
Der vorliegende Bücherschrank ist stilistisch dem frühen Jugendstil um 1900 zuzuordnen kann Joseph Maria Olbrich zugeschrieben werden. Das Kunstmöbelstück weist charakteristische Merkmale des Architekten auf. Olbrich bediente sich in seinen Entwürfen um 1900 einer streng konstruktiven Formensprache, die durch wiederkehrende geometrische Ornamente und architektonisch aufgebaute Korpuskonstruktionen geprägt war.
Besonders hervorzuheben sind die rhythmisch angeordneten quadratischen Schnitzornamente mit pyramidenförmig ausgearbeiteten Mittelformen, die als prägendes Gestaltungselement sowohl im Sockelbereich als auch an den Türfüllungen erscheinen. Diese reliefartige Ornamentik ist nicht aufgesetzt, sondern unmittelbar aus der Konstruktion entwickelt und verleiht dem Möbel seine außergewöhnliche plastische Wirkung.
Einen weiteren markanten Akzent bilden die seltenen kuppelartigen Messingkappen an den oberen Eckpunkten des Unterbaus. In Verbindung mit den schlichten Messingbeschlägen schaffen sie einen reizvollen Kontrast zur strengen Geometrie des Möbelkörpers und unterstreichen den hohen gestalterischen Anspruch der Ausführung.
Bemerkenswerte Parallelen bestehen zudem zu einer von Karl Witzmann, einem Schüler Josef Hoffmanns, für die Internationale Ausstellung für Moderne Dekorative Kunst in Turin 1902 entworfenen Vitrine, die ebenfalls durch eine konstruktive Gesamtanlage und wiederkehrende geometrische Reliefornamente charakterisiert ist.
Der Bücherschrank verkörpert damit beispielhaft jene frühe Phase der Wiener Moderne, in der sich die dekorativen Tendenzen des Jugendstils zunehmend zu einer klaren, geometrisch geprägten Formensprache entwickelten.
Zustellung gegen Aufpreis möglich.
Besichtigung möglich in der Plankengasse 5, 1010 Wien
Objekt: Jugendstil Bücherschrank
Entwurf: Joseph Maria Olbrich zug. (um 1900)
Modell-Nummer: -
Ausführung: Unbekannte Werkstätte (um 1900)
Maße in cm (H x B x T): 194 × 109 × 46
Material: Nuss, Messing, geschliffenes Glas
Zustand: fachmännisch restauriert
Provenienz: Ungarischer Privatbesitz
Literatur: Deutsche Kunst und Dekoration, Band 11, 1902-1903, Alexander Koch, Darmstadt, S. 78 / vgl. Ausstellungskatalog „Le Arti a Vienna“, Palazzo Grassi, Venedig 1984,
Abb. S. 402, Nr. 1-2 / vgl. Ausstellungskatalog “Adolf Loos 1870-1933 Private Spaces”, Museu del Disseny de Barcelona, Barcelona 2017-18
Zusätzliche Informationen:
Der vorliegende Bücherschrank ist stilistisch dem frühen Jugendstil um 1900 zuzuordnen kann Joseph Maria Olbrich zugeschrieben werden. Das Kunstmöbelstück weist charakteristische Merkmale des Architekten auf. Olbrich bediente sich in seinen Entwürfen um 1900 einer streng konstruktiven Formensprache, die durch wiederkehrende geometrische Ornamente und architektonisch aufgebaute Korpuskonstruktionen geprägt war.
Besonders hervorzuheben sind die rhythmisch angeordneten quadratischen Schnitzornamente mit pyramidenförmig ausgearbeiteten Mittelformen, die als prägendes Gestaltungselement sowohl im Sockelbereich als auch an den Türfüllungen erscheinen. Diese reliefartige Ornamentik ist nicht aufgesetzt, sondern unmittelbar aus der Konstruktion entwickelt und verleiht dem Möbel seine außergewöhnliche plastische Wirkung.
Einen weiteren markanten Akzent bilden die seltenen kuppelartigen Messingkappen an den oberen Eckpunkten des Unterbaus. In Verbindung mit den schlichten Messingbeschlägen schaffen sie einen reizvollen Kontrast zur strengen Geometrie des Möbelkörpers und unterstreichen den hohen gestalterischen Anspruch der Ausführung.
Bemerkenswerte Parallelen bestehen zudem zu einer von Karl Witzmann, einem Schüler Josef Hoffmanns, für die Internationale Ausstellung für Moderne Dekorative Kunst in Turin 1902 entworfenen Vitrine, die ebenfalls durch eine konstruktive Gesamtanlage und wiederkehrende geometrische Reliefornamente charakterisiert ist.
Der Bücherschrank verkörpert damit beispielhaft jene frühe Phase der Wiener Moderne, in der sich die dekorativen Tendenzen des Jugendstils zunehmend zu einer klaren, geometrisch geprägten Formensprache entwickelten.
Zustellung gegen Aufpreis möglich.
Besichtigung möglich in der Plankengasse 5, 1010 Wien