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Original Jugendstil Bücherschrank, Entwurf & Ausführung: Julius & Josef Herrmann (Wien, 1911) für Architekt Maximilian Rossipaul
Objekt: Bücherschrank (Teil eines Herrenzimmers für Architekt Maximilian Rossipaul)
Entwurf & Ausführung: Julius & Josef Herrmann (Wien, 1911)
Maße in cm (H x B x T): 176 × 160 × 40
Material: Weichholz, Mahagoni furniert, geschliffenes Glas, Messing
Zustand: fachmännisch restauriert
Provenienz: Architekt Maximilian Rossipaul (1040 Wien)
Literatur: Kopie der Originalrechnung an Herrn Architekt Maximilian Rossipaul (1911), Möbel des Jugendstils - Vera J. Behal - Sammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, S. 59
Zusätzliche Informationen:
Weitere Fotos folgen
Der vorliegende Bücherschrank entstand im Jahr 1911 als Teil eines umfassend konzipierten Herrenzimmers für den Architekten Maximilian Rossipaul. Eine überlieferte Kopie der Originalrechnung belegt eindeutig die Ausführung durch die Wiener Kunstmöbeltischlerei Julius und Josef Herrmann, eine der bedeutendsten Werkstätten im Umfeld der Wiener Moderne um 1900. Der zum Möbel gehörige Schlüssel ist ebenfalls gemarkt und unterstreicht die geschlossene Authentizität des Ensembles.
Aus dem ursprünglich einheitlich gestalteten Arbeitszimmer Rossipauls befinden sich neben dem Bücherschrank auch der zugehörige Schreibtisch, der Schreibtischstuhl sowie zwei Clubfauteuils in unserer Sammlung, wodurch sich ein seltener Einblick in ein nahezu vollständig erhaltenes Interieur dieser Zeit ergibt.
Die gestalterische Konzeption des Möbels steht exemplarisch für jene Entwicklung, die im Umfeld von Prof. Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzogen wurde. Charakteristisch ist die Verbindung von funktionalem Anspruch, klarer formaler Disziplin und höchster handwerklicher Ausführung, wobei Material und Konstruktion bewusst zur Geltung gebracht werden.
Die Kunstmöbeltischlerei Julius und Josef Herrmann nahm in diesem Kontext eine zentrale Rolle ein. Als eine der führenden Wiener Werkstätten ihrer Zeit war sie maßgeblich an der Umsetzung zahlreicher Entwürfe bedeutender Architekten und Designer beteiligt. Zu ihren Auftraggebern zählten unter anderem Otto Prutscher und Carl Witzmann, beide Schüler Josef Hoffmanns, mit denen insbesondere nach 1908 eine enge Zusammenarbeit bestand. Bereits um 1900 trat die Firma auch durch ihre rege Ausstellungstätigkeit hervor: So war sie auf der Winterausstellung 1900/01 mit einem Schlafzimmer nach Entwürfen von S. Tropsch sowie 1901/02 mit einem von Otto Prutscher entworfenen Teezimmer vertreten; ein im Zuge eines von Arthur von Scala ausgeschriebenen Wettbewerbs präsentierter Speisezimmerentwurf wurde in der Folge nach London verkauft (vgl. Archiv OM, Nr. 132/1902). Die kontinuierliche Teilnahme an Ausstellungen im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie bis etwa 1930 dokumentiert die anhaltende Anerkennung der Werkstätte.
Der Bücherschrank ist somit als Teil eines bedeutenden, weitgehend geschlossen überlieferten Ensembles zu verstehen und stellt ein qualitätsvolles Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen Architekten und spezialisierten Kunsttischlereien im Wien der Zeit um 1910 dar.
Die fotografische Darstellung wurde aus logistischen Gründen digital erstellt.
Zustellung national/international gegen Aufpreis möglich.
Besichtigung möglich: 7432 Oberschützen
Objekt: Bücherschrank (Teil eines Herrenzimmers für Architekt Maximilian Rossipaul)
Entwurf & Ausführung: Julius & Josef Herrmann (Wien, 1911)
Maße in cm (H x B x T): 176 × 160 × 40
Material: Weichholz, Mahagoni furniert, geschliffenes Glas, Messing
Zustand: fachmännisch restauriert
Provenienz: Architekt Maximilian Rossipaul (1040 Wien)
Literatur: Kopie der Originalrechnung an Herrn Architekt Maximilian Rossipaul (1911), Möbel des Jugendstils - Vera J. Behal - Sammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, S. 59
Zusätzliche Informationen:
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Der vorliegende Bücherschrank entstand im Jahr 1911 als Teil eines umfassend konzipierten Herrenzimmers für den Architekten Maximilian Rossipaul. Eine überlieferte Kopie der Originalrechnung belegt eindeutig die Ausführung durch die Wiener Kunstmöbeltischlerei Julius und Josef Herrmann, eine der bedeutendsten Werkstätten im Umfeld der Wiener Moderne um 1900. Der zum Möbel gehörige Schlüssel ist ebenfalls gemarkt und unterstreicht die geschlossene Authentizität des Ensembles.
Aus dem ursprünglich einheitlich gestalteten Arbeitszimmer Rossipauls befinden sich neben dem Bücherschrank auch der zugehörige Schreibtisch, der Schreibtischstuhl sowie zwei Clubfauteuils in unserer Sammlung, wodurch sich ein seltener Einblick in ein nahezu vollständig erhaltenes Interieur dieser Zeit ergibt.
Die gestalterische Konzeption des Möbels steht exemplarisch für jene Entwicklung, die im Umfeld von Prof. Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollzogen wurde. Charakteristisch ist die Verbindung von funktionalem Anspruch, klarer formaler Disziplin und höchster handwerklicher Ausführung, wobei Material und Konstruktion bewusst zur Geltung gebracht werden.
Die Kunstmöbeltischlerei Julius und Josef Herrmann nahm in diesem Kontext eine zentrale Rolle ein. Als eine der führenden Wiener Werkstätten ihrer Zeit war sie maßgeblich an der Umsetzung zahlreicher Entwürfe bedeutender Architekten und Designer beteiligt. Zu ihren Auftraggebern zählten unter anderem Otto Prutscher und Carl Witzmann, beide Schüler Josef Hoffmanns, mit denen insbesondere nach 1908 eine enge Zusammenarbeit bestand. Bereits um 1900 trat die Firma auch durch ihre rege Ausstellungstätigkeit hervor: So war sie auf der Winterausstellung 1900/01 mit einem Schlafzimmer nach Entwürfen von S. Tropsch sowie 1901/02 mit einem von Otto Prutscher entworfenen Teezimmer vertreten; ein im Zuge eines von Arthur von Scala ausgeschriebenen Wettbewerbs präsentierter Speisezimmerentwurf wurde in der Folge nach London verkauft (vgl. Archiv OM, Nr. 132/1902). Die kontinuierliche Teilnahme an Ausstellungen im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie bis etwa 1930 dokumentiert die anhaltende Anerkennung der Werkstätte.
Der Bücherschrank ist somit als Teil eines bedeutenden, weitgehend geschlossen überlieferten Ensembles zu verstehen und stellt ein qualitätsvolles Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen Architekten und spezialisierten Kunsttischlereien im Wien der Zeit um 1910 dar.
Die fotografische Darstellung wurde aus logistischen Gründen digital erstellt.
Zustellung national/international gegen Aufpreis möglich.
Besichtigung möglich: 7432 Oberschützen