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3 x original secessionistischer Speisezimmer-Sessel, Entwurf: J. M. Olbrich für Villa Bahr (Wien, 1900/1901), Ausführung K/C. Bamberger (Wien, 1900/1901)
Objekt: Secessionistische Sessel für ein Speisezimmer (3 Stück)
Entwurf: Joseph Maria Olbrich (Wien, 1901)
Auftraggeber: Hermann Bahr
Ausführung: Karl/Carl Bamberger (Wien, 1901)
Maße in cm (H x B x T x SH): 93,5 x 42,5 x 46,5 x 44
Material: Kirsche massiv, Messing
Zustand: museal / original
Letztprovenienz: Otto Schenk
Ausstellung: Biennale di Venezia, 1984 (1 Exemplar, Leihgeber: Otto Schenk)
Literatur: Das Interieur, Band 2, 1901, S. 24, 25, 29 & 164 / Le arti a Vienna - Dalla secessione alla caduta dell'impero Asburgico, Milano, Marotta Edizioni la Biennale, 1984, S. 404
Preis:
Ausstellungsstück (inklusive 2 x original Eintrittskarte, Biennale, 1984): 24.000€
Weitere Exemplare aus derselben Serie (2 Stück verfügbar): á 18.000€
Zusätzliche Informationen:
Bei diesen Objekten handelt es sich um eine Kooperation zwischen GALERIE TRAUDES KINDER & FLORIAN KOLHAMMER - art since the turn of the 20th century.
Die hier vorgestellten drei Sessel stammen aus der Ausstattung des Speisezimmers der Villa des Schriftstellers und Kulturtheoretikers Hermann Bahr in der Winzenzstraße 22 in 1130 Wien und wurden 1900/1901 nach einem Entwurf von Joseph Maria Olbrich von der Wiener Möbelmanufaktur Carl (Karl) Bamberger ausgeführt. Ursprünglich umfasste die für das Interieur geschaffene Garnitur mindestens fünf (maximal acht) Exemplare. Die erhaltenen Stücke zählen zu den seltenen Möbeln aus der Wiener Schaffensphase Olbrichs und stellen ein bedeutendes Dokument der frühen Wiener Moderne dar.
Joseph Maria Olbrich (1867–1908) zählt zu den herausragendsten und bestimmenden Gründungsfiguren der Wiener Secession und verkörpert wie kaum ein anderer den avantgardistischen Aufbruch der Wiener Moderne um 1900. Gemeinsam mit Gustav Klimt, Josef Hoffmann und Koloman Moser gehörte er 1897 zu den maßgeblichen Initiatoren der Vereinigung und nahm innerhalb dieser eine Schlüsselstellung ein, indem er deren künstlerisches Programm nicht nur mitformte, sondern ihm eine unverwechselbare architektonische Gestalt verlieh. Mit dem 1898 errichteten Ausstellungsgebäude der Secession schuf Olbrich eines der frühesten und überzeugendsten Manifeste der modernen Architektur überhaupt. In diesem Bauwerk verdichtet sich der Anspruch einer neuen, radikal zeitgemäßen Formensprache zu einer ikonischen Einheit aus Idee, Raum und Ornament. Olbrichs Entwürfe stehen damit am Beginn einer Entwicklung hin zu einer klaren, konstruktiv gedachten und reduzierten Gestaltung, die für die Wiener Avantgarde richtungsweisend wurde und weit über Wien hinauswirkte. Seine Wiener Schaffensphase blieb jedoch außergewöhnlich kurz: Bereits 1899/1900 folgte er dem Ruf nach Darmstadt, wo er die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe als führender Architekt entscheidend prägte. Gerade dieser frühe Weggang verleiht seinem Wiener Œuvre eine besondere Exklusivität – die wenigen in dieser Zeit entstandenen Möbelentwürfe zählen heute zu den seltensten und zugleich bedeutendsten materiellen Zeugnissen seines unmittelbaren Wirkens im Zentrum der Wiener Moderne.
Die Ausführung erfolgte in massivem Kirschholz durch die Wiener Manufaktur Carl (Karl) Bamberger, die um 1900 zu den wichtigen Herstellern hochwertiger Interieurausstattungen zählte und regelmäßig mit führenden Architekten und Gestaltern der Zeit zusammenarbeitete.
Auftraggeber der Möbel war der Schriftsteller Hermann Bahr (1863–1934), eine der prägendsten Persönlichkeiten der Wiener Literatur- und Kulturszene um 1900 - eine Schlüsselfigur der Moderne. Bahr wirkte als publizistischer Theoretiker, kultureller Übersetzer, Wortführer von Jung-Wien, Ratgeber der Secession und Modernisierer des Theaterdiskurses. Er war äußerst eng mit der Wiener Secession verbunden und fungierte als literarischer Beirat der von Österreichs wichtigster Künstlervereinigung herausgegebenen Zeitschrift Ver Sacrum, die als zentrales Publikationsorgan der Bewegung gilt und maßgeblich zur Verbreitung ihrer künstlerischen und theoretischen Positionen beitrug.
Die Wiener Villa Bahrs entwickelte sich in den Jahren zwischen 1900 und 1912 zu einem bedeutenden Treffpunkt der kulturellen Avantgarde. Zu den Gästen zählten unter anderem Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Richard Beer-Hofmann, Gustav Klimt, Otto Wagner, Richard Strauss und Gustav Mahler. In diesem Umfeld intensiven künstlerischen Austauschs wurden Fragen der modernen Literatur, Musik, Architektur und bildenden Kunst diskutiert. Es ist daher mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass zahlreiche der bedeutendsten Persönlichkeiten der Wiener Moderne – neben vielen weiteren Gästen – tatsächlich auf jenen Sesseln Platz nahmen.
Bahr übersiedelte später nach Salzburg (ins Piano Nobile von Schloss Arenberg), wobei nachweislich das Interieur seiner Wiener Villa mitgenommen wurde. Auch ein späterer Aufenthalt in München (Barerstraße 50) ist dokumentiert, sodass es sehr wahrscheinlich ist, dass Möbel aus der ursprünglichen Ausstattung der Villa Bahr, darunter auch die vorliegenden Sessel, Bahr auf diesen Stationen begleiteten.
Die jüngere Provenienz führt zu Otto Schenk, einer bedeutenden Persönlichkeit des österreichischen Theater- und Kulturbetriebs des 20. Jahrhunderts. Schenk war international als Regisseur, Schauspieler und Intendant tätig und zugleich ein engagierter Sammler von Kunst und Design der Wiener Moderne. Seine Sammlung umfasste zahlreiche qualitätvolle Objekte der Wiener Secession und trug wesentlich dazu bei, das Interesse an dieser Epoche im späteren 20. Jahrhundert zu stärken.
Einer der drei hier angebotenen Sessel – jener auf der Unterseite gekennzeichnete – wurde 1984 im Rahmen der Ausstellung „Le arti a Vienna – Dalla secessione alla caduta dell’impero Asburgico“ auf der Biennale in Venedig präsentiert, wobei Otto Schenk als Leihgeber fungierte. Die Biennale von Venedig zählt seit ihrer Gründung im Jahr 1895 zu den bedeutendsten internationalen Ausstellungsinstitutionen für Kunst und Architektur und gilt bis heute als eine der wichtigsten Plattformen für die Präsentation und Rezeption bedeutender kunsthistorischer Positionen. Zu diesem Ausstellungsstück sind zudem zwei originale Eintrittskarten der Biennale-Ausstellung des Jahres 1984 erhalten, die im Preis des entsprechenden Sessels inbegriffen sind und die dokumentierte Ausstellungsgeschichte dieses Exemplars zusätzlich unterstreichen.
Die hier vorliegenden drei Stücke stellen ein äußerst seltenes Ensemble aus einem der bedeutenden Interieurs der Wiener Moderne dar und zugleich ein wichtiges Zeugnis der kurzen Wiener Schaffensphase Joseph Maria Olbrichs.
Internationaler Versand gegen Aufpreis möglich
Besichtigung in der Plankengasse 5, 1010 Wien, möglich
Objekt: Secessionistische Sessel für ein Speisezimmer (3 Stück)
Entwurf: Joseph Maria Olbrich (Wien, 1901)
Auftraggeber: Hermann Bahr
Ausführung: Karl/Carl Bamberger (Wien, 1901)
Maße in cm (H x B x T x SH): 93,5 x 42,5 x 46,5 x 44
Material: Kirsche massiv, Messing
Zustand: museal / original
Letztprovenienz: Otto Schenk
Ausstellung: Biennale di Venezia, 1984 (1 Exemplar, Leihgeber: Otto Schenk)
Literatur: Das Interieur, Band 2, 1901, S. 24, 25, 29 & 164 / Le arti a Vienna - Dalla secessione alla caduta dell'impero Asburgico, Milano, Marotta Edizioni la Biennale, 1984, S. 404
Preis:
Ausstellungsstück (inklusive 2 x original Eintrittskarte, Biennale, 1984): 24.000€
Weitere Exemplare aus derselben Serie (2 Stück verfügbar): á 18.000€
Zusätzliche Informationen:
Bei diesen Objekten handelt es sich um eine Kooperation zwischen GALERIE TRAUDES KINDER & FLORIAN KOLHAMMER - art since the turn of the 20th century.
Die hier vorgestellten drei Sessel stammen aus der Ausstattung des Speisezimmers der Villa des Schriftstellers und Kulturtheoretikers Hermann Bahr in der Winzenzstraße 22 in 1130 Wien und wurden 1900/1901 nach einem Entwurf von Joseph Maria Olbrich von der Wiener Möbelmanufaktur Carl (Karl) Bamberger ausgeführt. Ursprünglich umfasste die für das Interieur geschaffene Garnitur mindestens fünf (maximal acht) Exemplare. Die erhaltenen Stücke zählen zu den seltenen Möbeln aus der Wiener Schaffensphase Olbrichs und stellen ein bedeutendes Dokument der frühen Wiener Moderne dar.
Joseph Maria Olbrich (1867–1908) zählt zu den herausragendsten und bestimmenden Gründungsfiguren der Wiener Secession und verkörpert wie kaum ein anderer den avantgardistischen Aufbruch der Wiener Moderne um 1900. Gemeinsam mit Gustav Klimt, Josef Hoffmann und Koloman Moser gehörte er 1897 zu den maßgeblichen Initiatoren der Vereinigung und nahm innerhalb dieser eine Schlüsselstellung ein, indem er deren künstlerisches Programm nicht nur mitformte, sondern ihm eine unverwechselbare architektonische Gestalt verlieh. Mit dem 1898 errichteten Ausstellungsgebäude der Secession schuf Olbrich eines der frühesten und überzeugendsten Manifeste der modernen Architektur überhaupt. In diesem Bauwerk verdichtet sich der Anspruch einer neuen, radikal zeitgemäßen Formensprache zu einer ikonischen Einheit aus Idee, Raum und Ornament. Olbrichs Entwürfe stehen damit am Beginn einer Entwicklung hin zu einer klaren, konstruktiv gedachten und reduzierten Gestaltung, die für die Wiener Avantgarde richtungsweisend wurde und weit über Wien hinauswirkte. Seine Wiener Schaffensphase blieb jedoch außergewöhnlich kurz: Bereits 1899/1900 folgte er dem Ruf nach Darmstadt, wo er die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe als führender Architekt entscheidend prägte. Gerade dieser frühe Weggang verleiht seinem Wiener Œuvre eine besondere Exklusivität – die wenigen in dieser Zeit entstandenen Möbelentwürfe zählen heute zu den seltensten und zugleich bedeutendsten materiellen Zeugnissen seines unmittelbaren Wirkens im Zentrum der Wiener Moderne.
Die Ausführung erfolgte in massivem Kirschholz durch die Wiener Manufaktur Carl (Karl) Bamberger, die um 1900 zu den wichtigen Herstellern hochwertiger Interieurausstattungen zählte und regelmäßig mit führenden Architekten und Gestaltern der Zeit zusammenarbeitete.
Auftraggeber der Möbel war der Schriftsteller Hermann Bahr (1863–1934), eine der prägendsten Persönlichkeiten der Wiener Literatur- und Kulturszene um 1900 - eine Schlüsselfigur der Moderne. Bahr wirkte als publizistischer Theoretiker, kultureller Übersetzer, Wortführer von Jung-Wien, Ratgeber der Secession und Modernisierer des Theaterdiskurses. Er war äußerst eng mit der Wiener Secession verbunden und fungierte als literarischer Beirat der von Österreichs wichtigster Künstlervereinigung herausgegebenen Zeitschrift Ver Sacrum, die als zentrales Publikationsorgan der Bewegung gilt und maßgeblich zur Verbreitung ihrer künstlerischen und theoretischen Positionen beitrug.
Die Wiener Villa Bahrs entwickelte sich in den Jahren zwischen 1900 und 1912 zu einem bedeutenden Treffpunkt der kulturellen Avantgarde. Zu den Gästen zählten unter anderem Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Richard Beer-Hofmann, Gustav Klimt, Otto Wagner, Richard Strauss und Gustav Mahler. In diesem Umfeld intensiven künstlerischen Austauschs wurden Fragen der modernen Literatur, Musik, Architektur und bildenden Kunst diskutiert. Es ist daher mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass zahlreiche der bedeutendsten Persönlichkeiten der Wiener Moderne – neben vielen weiteren Gästen – tatsächlich auf jenen Sesseln Platz nahmen.
Bahr übersiedelte später nach Salzburg (ins Piano Nobile von Schloss Arenberg), wobei nachweislich das Interieur seiner Wiener Villa mitgenommen wurde. Auch ein späterer Aufenthalt in München (Barerstraße 50) ist dokumentiert, sodass es sehr wahrscheinlich ist, dass Möbel aus der ursprünglichen Ausstattung der Villa Bahr, darunter auch die vorliegenden Sessel, Bahr auf diesen Stationen begleiteten.
Die jüngere Provenienz führt zu Otto Schenk, einer bedeutenden Persönlichkeit des österreichischen Theater- und Kulturbetriebs des 20. Jahrhunderts. Schenk war international als Regisseur, Schauspieler und Intendant tätig und zugleich ein engagierter Sammler von Kunst und Design der Wiener Moderne. Seine Sammlung umfasste zahlreiche qualitätvolle Objekte der Wiener Secession und trug wesentlich dazu bei, das Interesse an dieser Epoche im späteren 20. Jahrhundert zu stärken.
Einer der drei hier angebotenen Sessel – jener auf der Unterseite gekennzeichnete – wurde 1984 im Rahmen der Ausstellung „Le arti a Vienna – Dalla secessione alla caduta dell’impero Asburgico“ auf der Biennale in Venedig präsentiert, wobei Otto Schenk als Leihgeber fungierte. Die Biennale von Venedig zählt seit ihrer Gründung im Jahr 1895 zu den bedeutendsten internationalen Ausstellungsinstitutionen für Kunst und Architektur und gilt bis heute als eine der wichtigsten Plattformen für die Präsentation und Rezeption bedeutender kunsthistorischer Positionen. Zu diesem Ausstellungsstück sind zudem zwei originale Eintrittskarten der Biennale-Ausstellung des Jahres 1984 erhalten, die im Preis des entsprechenden Sessels inbegriffen sind und die dokumentierte Ausstellungsgeschichte dieses Exemplars zusätzlich unterstreichen.
Die hier vorliegenden drei Stücke stellen ein äußerst seltenes Ensemble aus einem der bedeutenden Interieurs der Wiener Moderne dar und zugleich ein wichtiges Zeugnis der kurzen Wiener Schaffensphase Joseph Maria Olbrichs.
Internationaler Versand gegen Aufpreis möglich
Besichtigung in der Plankengasse 5, 1010 Wien, möglich